Wettbewerbswidrige Verhaltensweisen im Online-Handel: EU-Kommission nimmt drei Branchen unter die Lupe

Die EU-Kommission hat drei Wettbewerbs-Untersuchungen eingeleitet. In den Bereichen Unterhaltungselektronik, Videospiele und Hotelbuchungen könnten Endpreise in unlauterer Weise beschränkt oder Kunden aufgrund ihres Standortes bestimmte Angebote vorenthalten werden. Einige Produkthersteller weit verbreiteter Unterhaltungselektronik (Notebooks oder Wi-Fi Technik) könnten demnach beschränkende Preisvorgaben machen und Online-Einzelhändler eine Software zur Preisgestaltung einsetzen, mit der die Preise einzelner Produkte automatisch an denen führender Wettbewerber angepasst würden.

Die beiden anderen Untersuchungen betreffen das Problem des „Geoblockings“. Hierbei handelt es sich um eine Technik zur standortbezogenen Sperrung von Internetinhalten. Die Kommission vermutet, dass bestimmte Videospiel-Herausgeber und Reiseveranstalter diese Technik nutzen, um Verbraucher daran zu hindern, günstigere Angebote aus anderen Mitgliedstaaten zu beziehen. So kann im Bereich des Videospielevertriebs auf der Plattform „Steam“ ein für erworbene Spiele benötigter Aktivierungsschlüssel nur in einem bestimmten EU-Mitgliedstaat Zugang zu einem gekauften Spiel gewähren. Bei Online-Hotelbuchungen würden Kundenbeschwerden zufolge auf den Internetseiten der größten europäischen Reiseveranstalter (Kuoni, REWE, Thomas Cook und TUI) je nach Standort eines Verbrauchers nicht alle verfügbaren Hotelzimmer angezeigt werden.

Die Untersuchungen sind erste Folge der Sektoruntersuchung im elektronischen Handel, welche die Kommission als Teil ihrer digitalen Binnenmarkstrategie bereits im Mai 2015 einleitete. Nunmehr sollen die ersten mit dem Zwischenbericht aufgedeckten Probleme näher untersucht werden. Der Endbericht wird Ende Juni erwartet.

Hintergrund: Nach Artikel 17 der Verordnung (EG) Nr. 1/2003 ist die Kommission dazu befugt, umfangreiche Untersuchungen eines bestimmten Wirtschaftszweiges oder – Sektor übergreifend – einer bestimmten Art von Vereinbarungen durchzuführen, um wettbewerbswidriges Verhalten aufzudecken.

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