Resümee: Stadtmarketing-Forum Schleswig-Holstein 2016

Die Auswirkungen des Online-Handels auf die Innenstädte und Möglichkeiten der Städte, auf diese Entwicklung zu reagieren, standen zusammen mit neuen Nutzungsformen und Instrumenten des Flächenmanagements im Mittelpunkt des Stadtmarketingforums, zu dem sich mehr als 130 Teilnehmer aus Handel, Dienstleistung, Verwaltung und Politik in der Stadthalle Neumünster versammelt hatten.

Der Online-Handel verändert den stationären Handel nachhaltig. Aber die Innenstädte können weiterhin punkten, wenn Angebot und Ambiente stimmen. „Effizienz, Einzigartigkeit und Emotionalität sind heute gefragt. Den Nerv der Zeit zu treffen und etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen, darauf kommt es für Stadt und Handel an. Kooperationen sind wichtiger denn je“, beschreibt Andreas Bartmann, Präsident des Handelsverbands Nord, die Einschätzung der Veranstalter.

Dr. Frank Nägele, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein, unterstreicht die Unterstützung der Landesregierung bei der Bemühung der Städte und Gemeinden um Attraktivitätssteigerung und seines Ministeriums bei der notwendigen Digitalisierung.

Der Kampagne „Lass den Klick in Schleswig-Holstein“ von R.SH/Regiocast verleihen die Veranstalter in diesem Jahr das „Ausrufezeichen“. Diese Kampagne hat für den schleswig-holsteinischen Einzelhandel – online und im Geschäft – sensibilisiert und damit landesweit Bewusstsein für die Handelsstandorte im Land geschaffen. Wegen ihrer überregionalen Reichweite setzt die Imagekampagne einen Impuls für lokale Initiativen und Aktivitäten vor Ort. Das „Ausrufezeichen“ wird vom Stadtmarketingforum seit 2014 für Projekte vergeben, die in besonderer Weise zur Stadtentwicklung und zum Stadtmarketing beitragen.

Auch für das Stadtmarketing gilt aus Sicht der Veranstalter, die Möglichkeiten der Digitalisierung aufzugreifen, wie es Praxis-Beispiele im Rahmen der Veranstaltung zeigen. Mut zu neuen Nutzungsformen und Instrumenten des Flächenmanagements können ganz neue Impulse für gewachsene Standorte bringen. Allerdings gibt es aus Sicht der Organisatoren hier kein Patentrezept. Daher sei gerade die kommunale Ebene aufgerufen, ihre Position zu bestimmen und ihren Innenstädten und Zentren ein klares Profil zu geben. Nötig dazu sei eine bessere Verzahnung der Akteure auf allen Ebenen.

„Für den klassischen stationären Handel ist es jetzt höchste Zeit, digital nachzurüsten, wenn er weiterhin existieren will“, mahnt Professor Dr. Gerrit Heinemann vom Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, Managementlehre und Handel an der Hochschule Niederrhein und Leiter des eWeb-Research-Centers. Der Trend zur Verschmelzung von stationärem und Online-Handel werde den Druck auf die etablierten Händler allerdings noch erhöhen, meint Heinemann. Der Online-Handel verlängere das Ladenregal, so dass auch auf kleiner Fläche eine große Produktauswahl angeboten werden können.

Das Stadtmarketingforum Schleswig-Holstein wird im Rhythmus von zwei Jahren von der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland, dem Handelsverband Nord, Haus und Grund Schleswig-Holstein, der Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein, dem Städteverband Schleswig-Holstein, dem Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen, dem Verband der Mittel- und Großbetriebe des Handels und der IHK Schleswig-Holstein organisiert. Das Forum ist die landesweite Plattform für den Austausch all derjenigen, die sich mit Stadtentwicklung und -marketing in Schleswig-Holstein beschäftigen.
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