Studie der IHK Regensburg: Oberpfalz ist Marktplatz für Tschechien

Tschechische Kunden schätzen vor allem die Angebotsqualität: Eine Studie der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim zeigt, dass 46 Prozent der Westböhmen zum Einkauf oder zur Freizeit in die Oberpfalz kommen. Damit fließen dem Oberpfälzer Einzelhandel jährlich circa 95 Millionen Euro aus dem Nachbarland zu.

„Tschechische Kunden – Chancen für Handel und Tourismus“ lautet der Titel der aktuellen IHK Regensburg-Studie. Sie stützt sich auf Erhebungen und Analysen der BBE Handelsberatung und zeigt, dass 46 Prozent der Westböhmen zum Einkauf oder zur Freizeit in die Oberpfalz kommen. Damit fließen dem Oberpfälzer Einzelhandel jährlich ca. 95 Millionen Euro aus dem Nachbarland zu.

Gut 31 Millionen Euro entfallen hierbei auf die nördlichen Landkreise Neustadt an der Waldnaab und Tirschenreuth sowie die Stadt Weiden. Platzhirsch in der nördlichen Oberpfalz ist hierbei mit knapp 14 Millionen Euro Umsatz im Jahr das Oberzentrum Weiden, dicht gefolgt von Tirschenreuth mit ca. zwölf Millionen Euro pro Jahr. Neustadt an der Waldnaab profitiert mit ca. fünf Mio. Euro pro Jahr ebenfalls vom Zuspruch tschechischer Kundschaft – jedoch weniger stark.

Angebotsqualität überzeugt
Es ist in erster Linie die Angebotsqualität, die tschechische Kunden in die Oberpfälzer Einzelhandels- und Tourismusbetriebe lockt. Lebensmittel- und Drogeriewaren, aber auch Schuhe und Bekleidung führen die Einkaufslisten der tschechischen Kunden an. Das Oberzentrum Weiden kann hier vor allem mit seiner attraktiven Innenstadt punkten, wohingegen die Städte und Gemeinden an der deutsch-tschechischen Grenze, wie z.B. Waldsassen, insbesondere vom kleinen Grenzverkehr profitieren.

Bei den touristischen Attraktionen stehen vor allem Feste und Märkte, Stadtbummel sowie die Oberpfälzer Erlebnisbäder und Thermen hoch in der Gunst der böhmischen Nachbarn. Es überrascht wenig, dass das Oberpfälzer Freizeit- und Tourismusangebot von den tschechischen Besuchern überwiegend als gut beziehungsweise sehr gut bewertet wird. Ausbaumöglichkeiten gibt es hierbei vor allem im Freizeit- und Gastronomieangebot. Dies ist jedoch weniger ein vorhandenes Angebots- als vielmehr ein Informationsdefizit. Vereinfacht gesagt: Die tschechischen Kunden können das Freizeitangebot oftmals gar nicht beurteilen, weil sie es aus dem eigenen Land nicht kennen.

Zu wissen, wie sich tschechische Kundinnen und Kunden informieren, ist für Marketingstrategien in der Oberpfalz ausgesprochen wichtig. Über 60 Prozent der tschechischen Kunden bereiten ihren Besuch in Deutschland via Internet oder Bekannte vor. Prospekte und Zeitungen spielen dagegen eine untergeordnete Rolle als Informationsmedium.

Kooperation ist Gebot der Stunde
Wenn 46 Prozent der Westböhmen das bayerische Einzelhandels- und Freizeitangebot nutzen, tun das gleichzeitig mehr als die Hälfte nicht. „Dieses Potenzial gilt es durch gezielte Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen sowie eine Willkommenskultur in der gesamten Dienstleistungskette von der Ortseinfahrt bis hinein in den Laden, die Gaststätte, das Hotel oder die Freizeiteinrichtungen anzusprechen“, resümiert IHK-Handelsexperte Dr. Matthias Segerer.

Die Akzeptanz von Kreditkarten oder das Schnüren von Kombipaketen für Einkauf und Freizeit sind nur zwei von vielen weiteren Handlungsempfehlungen, die innerhalb eines Workshops mit Experten aus Einzelhandel und Tourismus erarbeitet wurden. „Entscheidend für die Umsetzung der erarbeiteten Maßnahmen ist jedoch die Kooperation aller Akteure vor Ort“ ergänzt Andrea Schild-Janker, Geschäftsführerin des Stadtmarketingvereins Pro Weiden.

Über die Studie:
Im Rahmen der Studie „Tschechische Kunden – Chancen für Handel und Tourismus“ wurden im Auftrag der die IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim tschechische Kunden das Einzelhandels- und Freizeitverhalten der tschechischen Kunden in der Oberpfalz untersucht. BBE-Handelsberatung München/Leipzig befragte hierzu 500 Haushalte in der tschechischen Region Pilsen per Telefon, über 300 Vor-Ort-Befragungen in Cham, Furth im Wald, Lam, Regensburg, Waldsassen und Weiden bzw. Gespräche mit Experten aus Einzelhandel, Hotel- und Gastgewerbe sowie Tourismusinstitutionen ergänzen die Studie. Als Ergebnis der Studie konnten insgesamt acht Strategiefelder mit 20 konkreten Maßnahmen identifiziert werden, wie das tschechische Kundenpotenzial noch stärker aktiviert werden kann. Ansprechpartner und Download finden Sie hier: http://www.ihk-regensburg.de/content/260215a

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