IHK Trier: Immer mehr Orte ohne Lebensmittel-Einzelhandel

In zwei Drittel der Ortsgemeinden in der Region Trier findet sich inzwischen weder ein Lebensmittelgeschäft noch ein Bäcker oder Metzger. Das zeigt eine aktuelle Erhebung der Industrie- und Handelskammer sowie der Handwerkskammer Trier: Sie haben 544 Ortsgemeinden befragt, ob und in welcher Form es bei ihnen noch Einzelhandel gibt. Damit liegt zum ersten Mal seit den 90er-Jahren ein umfassender Überblick über die aktuelle Nahversorgungssituation für die gesamte Region vor.

Lediglich in 185 Orten in den Landkreisen Trier-Saarburg, Vulkaneifel, Bitburg-Prüm und Bernkastel-Wittlich gibt es demnach noch Verkaufsstellen zur Nahversorgung – in 81 Orten jeweils eine, in 65 Orten zwei bis vier und in 39 mehr als vier. Dabei handelt es sich überwiegend um Bäckereien und Metzgereien, gefolgt von kleineren Supermärkten und Fachmärkten. Ist im Landkreis Trier-Saarburg noch in mehr als jedem zweiten Ort ein Nahversorger vorhanden, ist dies im Eifelkreis Bitburg-Prüm nur noch in knapp einem Viertel der Orte der Fall – was allerdings auch der Vielzahl der sehr kleinen Ortsgemeinden dort geschuldet ist.

Nach ihrer persönlichen Einschätzung befragt, antworten nur acht Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Bürgermeister, die Situation habe sich in den vergangenen 25 Jahren verbessert. Mehr als die Hälfte spricht von einer Verschlechterung oder gar starken Verschlechterung. „Das zeigt deutlich: Seit Anfang der 90er-Jahre sind in der Region mehrere wichtige Strukturen der Nahversorgung im Einzelhandel weggebrochen. Die viel besagte Renaissance von Tante Emma ist hier wenig zu spüren“, sagt IHK-Handelsreferentin Stephanie Illg-Kollmann. Aus Sicht der Befragten gehe der Trend vielmehr hin zu einer weiteren Ausdünnung von Ladenlokalen im ländlichen Raum.

Kunden haben es in der Hand
IHK-Geschäftsführer Matthias Schmitt fordert daher: „Der Konsument muss sich seiner Marktmacht und damit auch seiner Verantwortung bewusst werden. Wenn er Einzelhandel vor Ort wünscht, muss er ihn auch stützen, indem er dort einkauft.“ Außerdem sollten Kommunen gute Standortbedingungen für das Gewerbe schaffen und eine verantwortungsvolle Ansiedelungspolitik betreiben. Eine kommunale Betätigung als Einzelhandelsunternehmer sieht Schmitt hingegen kritisch.

„Das Ladenhandwerk hat in vielen Orten eine zentrale Funktion als Nahversorger, deshalb müssen wir es erhalten“, ergänzt Matthias Schwalbach, Leiter der HWK-Wirtschaftsförderung. Großes Potenzial sieht er zum Beispiel bei der Vermarktung der Lokalmarken. „Qualität aus der Region – das kommt an, darauf müssen wir setzen.“

Weitere Informationen und Download der ausführlichen Ergebnisse unter: http://goo.gl/bhkU9o

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