Online-Handel & demografischer Wandel sorgen für leere Ortskerne – NIHK: Mit Konzepten gegen die Belanglosigkeit

Viele niedersächsische Ortskerne treiben auf ihre eigene Belanglosigkeit zu, wenn sie nicht bald entschieden gegensteuern. 54 Prozent der Gemeinden verzichten aber komplett darauf, so der Niedersächsische Industrie- und Handelskammertag (NIHK). „Einkaufsqualität in den Ortskernen ist der wichtigste Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Online-Handel“, betont Jürgen Lutz, NIHK-Sprecher für Handel und Dienstleistungen. Jedes einzelne Geschäft und jeder Ortskern als ganzes müsse angenehme Einkaufserlebnisse bieten. Das funktioniere langfristig aber nur mit guten Konzepten. Genau hier mahnt der NIHK großen Nachholbedarf an: Lediglich gut ein Drittel der Kommunen in Niedersachsen (rund 35 Prozent) hätten laut einer Erhebung der niedersächsischen IHKs ein aktuelles Einzelhandelskonzept. Darin werden z. B. Handelsansiedlungen an zentraler Stelle langfristig geplant, Kooperationen mit Nachbargemeinden vereinbart sowie Maßnahmen zur Verschönerung der Ortskerne vorgesehen. Mehr als die Hälfte der befragten Kommunen (fast 54 Prozent) verzichteten ganz auf diese Konzepte.

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Durch den Vormarsch des Online-Handels blieben vielerorts die Kunden weg. „Der Online-Handel – ob mit dem PC oder, vor allem bei jüngeren Kunden, mit dem Smartphone – gewinnt immer mehr an Bedeutung“, so Lutz, „also müssen wir etwas tun.“ Es gebe auch Anlass zur Hoffnung. „Denn beim Einkaufserlebnis ist das Kaufen vor Ort dem Online-Shoppen immer noch überlegen. Das müssen die Kommunen für sich nutzen“, fordert der NIHK-Experte.

Zudem biete der Online-Handel auch Chancen für viele lokale Händler. Wem es gelinge, neben seinem stationären Geschäft auch E-Commerce zu betreiben, erweitere mit diesem „Cross-Channeling“ Einzugsgebiet und Kundenstamm und könne so Mehrumsatz erzielen oder zumindest wegbrechende Umsätze online kompensieren.

Der Fokus Niedersachen erscheint in regelmäßigen Abständen zu aktuellen Themen aus Wirtschaft und Politik und steht unter www.n-ihk.de zum Download bereit.

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Anfragen zum Thema können direkt an die für „Handel und Dienstleistungen“ federführende IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum, Jürgen Lutz, Tel. 04141 524-140, E-Mail lutz@stade.ihk.de, gerichtet werden.

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